Allianz fürs Gemeinwohl - Gemeinsam besser durch schwierige Zeiten
Der Dachverband für Soziales und Gesundheit ist ein beständig wachsendes Netzwerk zur Mitgestaltung der Sozialpolitik. Die Zahl der Mitgliedsorganisationen ist um 5 gestiegen auf insgesamt 64. Die Tätigkeitsbereiche werden ausgebaut. Zusammen mit der öffentlichen Hand will man neue Wege gehen und zunehmend gemeinsam die sozialen und gesundheitlichen Dienste planen und organisieren.
Am 2. April lud der Dachverband für Soziales und Gesundheit zur Vollversammlung nach Bozen. Präsident Wolfgang Obwexer begrüßte die Ehrengäste Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrat Hubert Messner und Ressortdirektorin Michela Morandini, sowie die Vertreter/innen der 64 Mitgliedsorganisationen, fünf davon sind allein im letzten Jahr neu dazugekommen.
„Der Dachverband ist ein beständig wachsendes Netzwerk”, betonte Obwexer: „Wir stellen mit Freude fest, dass es weiterhin viel Überzeugung und Einsatz gibt. Engagierte, meist ehrenamtlich tätige Personen sind die treibenden Kräfte in den sozialen Vereinigungen. Sie sind Experten in eigener Sache, die über viel Erfahrung und Wissen verfügen. Die Menschen in den Vereinen und Selbsthilfegruppen haben ein besonderes Ohr für die sozialen Nöte und die Bedürfnisse der Bevölkerung. Sie tragen viel dazu bei, dass neue Entwicklungen und Ideen auch in Südtirol diskutiert werden”, sagte Obwexer. Beim Reden allein solle es allerdings nicht bleiben. „Die Organisationen streben einen engen Austausch mit der Politik und der öffentlichen Verwaltung an. Sie wollen nicht Bittsteller sein, sondern Partner – und gemeinsam im Dialog zur Verbesserung der sozialen und gesundheitlichen Leistungen beitragen“, betonte Obwexer.
Dieses Zusammenspiel zwischen gemeinnützigen Vereinigungen und der öffentlichen Hand entwickelt sich positiv. Nach langer Überzeugungsarbeit bewegen sich letzthin zunehmend mehr Behörden und fangen an, Instrumente wie die Ko-Programmierung und Ko- Projektierung konkret umzusetzen. Gerade in sensiblen Bereichen ist das wichtig, denn dadurch können Dienste von allgemeinem Interesse als Alternative zur öffentlichen Auftragsvergabe durch Ausschreibung entwickelt und Probleme vermieden werden. Erste Pilotprojekte laufen an, etwa im Bereich der Kinderbetreuung oder beim Wohnen für Menschen mit Behinderung und der Dachverband hat einen eigenen Fachdienst zur Kompetenzentwicklung und Beratung eingerichtet.
Landeshauptmann Arno Kompatscher bedankte sich beim Dachverband für das Engagement die Ko-Programmierung und Ko-Projektierung in Südtirol auf den Weg zu bringen: „Es ist ein kluges Instrument, wenn wir es gut nutzen, ist das ein großer Gewinn für alle. So halten wir Kompetenz im Land, dann haben wir qualitativ hochwertige Dienste, auch Wertschöpfung. Seien wir ehrlich. Wir alle haben es nicht gern gesehen, wenn wir Dienste ausgeschrieben haben und das dann schief gegangen ist.“ Er verwies auf die aktuell laufenden Vorbereitungen und zeigte sich überzeugt, dass der gemeinsam begonnene Weg, der richtige ist.
Die staatliche Reform des Dritten Sektors sieht diese Instrumente bereits seit 2017 vor, erklärte Vizepräsidentin Roberta Rigamonti: „Das Subsidiaritätsprinzip ist wichtiger denn je. Die Instrumente der Ko-Programmierung und Ko-Projektierung ermöglichen eine echte gemeinsame Verantwortung zwischen der öffentlichen Verwaltung und den Vereinigungen des Dritten Sektors. Kurz gesagt, wird der Dritte Sektor zu einem strategischen Verbündeten der Institutionen und ist nicht nur lediglich ein Ausführender von Diensten. Dieses Modell basiert vor allem auf größerem Vertrauen, sowie dem Teilen von Ressourcen und Verantwortung.“
Landesrat Hubert Messner betonte die wichtige Rolle, die Vereine bei der Vorsorge spielen und bat um Mithilfe: „Wir brauchen euch als Vermittler, als Sprachrohr. Der Lebensstil, die Prävention ist immens wichtig, sonst sind wir nicht imstande, das Gesundheitswesen aufrecht zu erhalten. Deshalb arbeiten die Ressorts Gesundheit und Soziales eng zusammen.“ Ressortdirektorin Michela Morandini überbrachte die Grüße von Landesrätin Rosmarie Pamer, die auf Auslandsreise ist und nicht dabei sein konnte und bedankte sich insbesondere für die Intitiative des Dachverbandes zur Gründung eines Armutsnetzwerks: „Danke, dass ihr das in die Hand genommen habt!“
Weil die ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionäre Hilfe und Unterstützung brauchen z.B. in der Buchhaltung, Verwaltung, Beitragswesen, baut der Dachverband die entsprechenden Dienstleistungen weiter aus. Weitere große Arbeitsschwerpunkte im laufenden Jahr sind die Gründung eines Armutsnetzwerks für Südtirol, die Sicherstellung von fairen Löhnen für alle die in Sozial- oder Gesundheitseinrichtungen des Dritten Sektors arbeiten, sowie die nötigen organisatorischen und inhaltlichen Arbeiten für das Haus für Soziales und Gesundheit, das im Zentrum von Bozen gebaut wird. An der Baustelle in der Schlachthofstraße ist zwar noch wenig geschehen, aber es bewegt sich einiges weiter und man kommt dem großen Ziel näher. Das Haus wird vielen Vereinen einen neuen Sitz geben. In drei Jahren soll es bezugsfertig sein.
Der Dachverband in Zahlen
64 Organisationen mit 40.000 Mitgliedern sind im Dachverband für Soziales und Gesundheit zusammengeschlossen. Die Mitgliedsorganisationen arbeiten für Menschen mit Behinderungen, für Menschen mit chronischen Krankheiten, für ältere Menschen, Familien und Jugendliche, sowie für ausgegrenzte Menschen in schwierigen Lebenslagen. Informationen: Tel. 0471 1886236, www.dsg.bz.it